Bayerischer Mannschaftspokal
2. Runde (Viertelfinale) am 28.06.2026:
Nicht zum ersten Mal hatte das Schicksal für uns die Schachfreunde Augsburg als Gegner auserwählt. Deren Mannschaft ist kürzlich in die 2. Bundesliga aufgestiegen (Glückwunsch dazu!) und dementsprechend bärenstark. Unser durchschnittliches DWZ-Handicap lag bei sage und schreibe 256 Punkten. Es sollte also nicht verwundern, dass wir uns keine Chancen auf einen Sieg ausrechneten. Doch bei 36 Grad Außentemperatur wäre es beinahe anders gekommen ...
Dabei nahm der Wettkampf zunächst den erwarteten Verlauf. Christian geriet mit Schwarz schon in der Eröffnung unter starken Druck. Sein Gegner spielte sehr energisch (vermutlich war ihm alles theoretisch bekannt) und konnte Christian zu dessen sichtlicher Enttäuschung früh zur Aufgabe zwingen. Die andere Schwarzpartie hatte Simon. Er hatte früh einen Isolani auf d5 in Kauf genommen und es war absehbar, dass sein Gegner ihn im Endspiel gehörig unter Druck setzen würde. So kam es dann auch - doch Simon hielt tapfer stand und bestätigte damit einmal mehr seinen guten Ruf als unser Endspiel-Guru.
An Sylvios Brett enwickelte sich langsam eine positionelle Partie nach klassischen spanischen Stellungsmustern. Nach Klärung der Lage im Zentrum konnte Weiß nach und nach die Stellung immer weiter unter seine Kontrolle bringen. Nachdem der Positionsvorteil nach und nach immer weiter ausgebaut wurde, war der Zeitpunkt für einen vehementen Angriff auf den schwarzen König gekommen. Dieser erfolgte so präzise, dass Schwarz wenig später nur die Aufgabe blieb - unglaublich! Damit hätte uns ein Remis von Stefan tatsächlich zum Mannschaftsieg gereicht. Und es war zu diesem Zeitpunkt bereits klar, dass sein Gegner die Theorie seiner Drachenvariante nicht gut genug kannte, so dass Stefan schon aus der Eröffnung heraus eine bekannte Gewinnstellung auf dem Brett hatte! Doch leider konnte er seinen Vorteil nicht festhalten. Im Endspiel mit der Qualität gegen Läufer plus 2 Bauern wendete sein Gegner nach und nach das Blatt. Nachdem sich Stefan dann 4 schwarzen Freibauern gegenüber sah, blieb im leider nur noch die Aufgabe. Schade, das war denkbar knapp! [Sylvio Josch]
| Schachfreunde Augsburg | 2309 | SC Roter Turm München | 2053 | 2,5 - 1,5 | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Vuckovic, Zarko | 2408 | Josch, Sylvio | 2112 | 0 - 1 |
| 2 | Duong, Quang Bach | 2292 | Parsch, Christian | 2036 | 1 - 0 |
| 3 | Vuckovic, Aleksandar | 2288 | Ritzka, Simon | 2011 | 0,5 - 0,5 |
| 4 | Weller, Uli | 2249 | Krämer, Stefan | 2053 | 1 - 0 |
1. Runde (Achtelfinale) am 14.06.2026:
Roter Turm startet mit Sieg in den Bayerischen Mannschaftspokal.
Kriegshaber, gegen das wir im letzten Jahr ausgeschieden waren, trat auswärts nun etwas weniger übermächtig an. Dennoch gestaltete sich der Wettkampf schwierig. Die Lage an den einzelnen Brettern ließ über Stunden hinweg keine ernsthaften Gedanken an ein Weiterkommen aufkommen. Und doch wurde am Ende alles gut … Christian konnte dagegenhalten, nachdem sein Gegner mit Schwarz mehr als bequem aus der Eröffnung herauskam. Die Partie ging ins Endspiel, in dem Weiß plötzlich mit minimalen Mitteln (Sf6 plus Turm auf der 7. Reihe) ein tödliches Mattnetz um den schwarzen Kh8 legen konnte – ein gefühlter Bonuspunkt. Simon stand mit Weiß lange Zeit solide, viel mehr aber auch nicht. Doch seinem Gegner entglitt nach und nach die Partie, bis Simon ein entstandenes Doppelturmendspiel sicher verwerten konnte. Stefans Gegner versuchte die ganze Partie über Druck aufzubauen, doch Stefan hielt bis durchs Leichtfigurenendspiel dagegen - remis. Sylvio hatte im Mittelspiel ein Qualitätsopfer angedroht, das die Partie im Gleichgewicht gehalten hätte. Doch er zog zurück und musste schon wenige Züge später erkennen, dass er im höheren Sinne überspielt ist. Doch nach Materialverlusten geschah das Wunder, als er seinen bis dahin stark aufspielenden Gegner in eine kleine Falle locken konnte und mit 3 Opfern ein (nicht forciertes) Dauerschach erreichen konnte. Danach war die Freude über den Mannschaftssieg entsprechend groß. Der ein oder andere Spieler ließ verlauten, dass es vielleicht der selbst gebackene Schokokuchen war, der die entscheidenden Energiereserven lieferte ... [Sylvio Josch]
| SC Roter Turm München | 2053 | SK Kriegshaber | 2067 | 3,0 - 1,0 | |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Josch, Sylvio | 2112 | Reis, Thomas | 2182 | 0,5 - 0,5 |
| 2 | Parsch, Christian | 2036 | Kostash, Roman | 2146 | 1 - 0 |
| 3 | Ritzka, Simon | 2011 | Reschka, Hans | 1940 | 1 - 0 |
| 4 | Krämer, Stefan | 2053 | Filin, Denys | 2000 | 0,5 - 0,5 |
Nächste Termine:
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